Pressemitteilung: Alle waren sich einig, jetzt scheitert es – Clubcommission fordert Lösung für das RAW

Auf dem RAW-Gelände stehen mehrere Clubs und Kulturorte vor dem Aus, darunter akut das Cassiopeia. Dabei gab es längst eine Verständigung zwischen Eigentümerin, Land und Bezirk: Das Areal soll sich entwickeln und seine gewachsenen Kulturorte mit Unterstützung des Landes behalten. Die Clubcommission Berlin sieht in diesem gemeinsamen Ziel weiterhin den richtigen Weg und fordert alle Beteiligten auf, alle notwendigen Schritte zu tun, um endlich eine langfristige Perspektive zu schaffen.
Berlin, 18.06.2026 – Die Clubcommission Berlin reagiert mit Enttäuschung auf die jüngste Eskalation auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain. Lange sah es gut aus. Über einen langen Zeitraum wurde verhandelt und eine Vereinbarung, die die Entwicklung des Geländes und den Kulturerhalt miteinander verbindet, zeichnete sich ab. Umso enttäuschender ist, dass dieses gemeinsame Ziel nun zu scheitern droht.
Eine Lösung, die nie umgesetzt wurde
Über die Zukunft des RAW-Geländes wird seit Langem gerungen, das Bebauungsplanverfahren läuft seit 2019. Dass die Kulturorte eine verlässliche und langfristige Perspektive bekommen sollen, galt dabei unter allen Beteiligten als Konsens. Eingelöst wurde dieses Versprechen nie. Seit Anfang des Jahres arbeiten mehrere Betriebe ganz ohne klare Perspektive. Nachdem die jüngsten Verhandlungen gescheitert sind, geht es für Orte auf dem sogenannten Soziokulturellen L, wie das Cassiopeia, das Crack Bellmer, den Weißen Hasen und die Bar Zum schmutzigen Hobby um die Existenz.
Für die Clubcommission ist klar: Entwicklung und Kultur sind kein Gegensatz. Eine Stadt muss sich verändern dürfen und auch das RAW-Gelände kann sich verändern. Entscheidend ist, dass dies gemeinsam mit den Menschen und Projekten geschieht, die den Ort über Jahrzehnte geprägt haben. Genau das war vereinbart und genau das ist möglich. Berlin muss am RAW zeigen, dass kooperative Stadtentwicklung gelingt, wenn Eigentümer*innen, Politik und Kulturschaffende an einem Strang ziehen: ein Ort, an dem Neues entsteht, ohne das Gewachsene zu verdrängen.
Die Eigentümerin hat das Verfahren verlassen und fordert einzelne Betriebe zur kurzfristigen Räumung auf. Politik und Verwaltung hätten in all den Jahren längst die Grundlage für eine langfristige Lösung für das Soziokulturelle L schaffen können.
Marcel Weber, Vorstandsvorsitzender der Clubcommission Berlin: „Wir glauben weiter daran, dass Entwicklung und Clubkultur zusammengehen. Das ist kein Wunschdenken, das war vereinbart. Umso unverständlicher ist, dass ein Ziel, hinter dem alle standen, jetzt zu scheitern droht. Berlin kann das besser.“
Emiko Gejic, Pressesprecherin der Clubcommission Berlin: „Die Kulturorte auf dem RAW machen diese Stadt mit aus. Wir erwarten von allen Beteiligten, dass sie zu dem zurückkehren, worauf man sich längst verständigt hat.“
Ein gangbarer Weg liegt seit Langem auf dem Tisch: den Kulturorten über eine landeseigene verlässliche Generalmieterin eine langfristige Perspektive zu geben.
Das RAW als Chance
Das RAW-Gelände braucht jetzt keine Schuldzuweisungen, sondern den gemeinsamen Willen, ein längst vereinbartes Ziel auch zu erreichen. Die Clubcommission Berlin ist bereit, diesen Prozess als vermittelnde Kraft zu begleiten. Denn wenn Eigentümerin, Politik und Kulturorte zusammenwirken, kann das RAW zeigen, wie Stadtentwicklung in Berlin gelingt.
